Der Einsatz der neuen TLD spiegelt – etwas verspätet – die zunehmende Tendenz der Bildung von „Subnets“, die den Adressraum des Internets nachhaltig ändern werden, was sich ansatzweise schon in der Ausbreitung und Anwendungsform der Social Networks zeigt. Die weitere „Liberalisierung“ des Adressraumes oder besser: dessen „Diversifizierung“ über generische, Firmen- oder geo-TLDs sorgt derzeit für das „Bauerwartungsland“, welches in Zukunft Auswirkung nicht nur auf den Wert der derzeitigen „Top“-TLDs haben wird – sondern auch auf die Frage, wie man morgen zu den Präsenzen des gewünschten Anbieters gelangt, die z. B. auf www.firma.facebook oder www.firma.hamburg oder www.firma.com verteilt und mit unterschiedlichen Informationsinhalten versehen sein werden.

Es ist dies – trotz aller Kritik, Verwirrung und Missbrauchspotential – eine stringente Entwicklung des Netzes, das sich charakteristischer Weise in einer steten Fortentwicklung und damit Unterteilung befindet. Das Internet als „Datenautobahn“, wie es Ende der 90ger Jahre apostrophiert wurde, hat sich längst zu einem viel komplexeren Gebilde höherer Ordnung entwickelt, dessen notwendiger Ausdruck (auch) die Schaffung neuer Adressräume ist, und denen sich Informationsanbieter und Rechteinhaber „vernetzt“ an unterschiedlichen Stellen präsentieren werden. Demgemäß dürfte sich die Nutzererwartung und das Suchverhalten in den nächsten Jahren auf spannende Weise ändern.

 Bereits jetzt ist der Einsatz von Schiedsgerichtsverfahren ein nicht mehr wegzudenkender Teil in der anwaltlichen Strategie zur Durchsetzung der Mandantenrechte nicht nur auf internationaler, sondern aus einer Reihe von Gründen auch auf nationaler Ebene. Diese Entwicklung wird sich bei der Erweiterung des Adressraumes noch verstärken.

 Eine seriöse Beratung muss insbesondere hier die Interessenlage im Einzelfall berücksichtigen, eine pauschale Bewertung verbietet sich. Richtig ist, dass die Positionierung von Unternehmen im Internet von morgen bereits heute stattfinden muss. Dabei ist im Fadenkreuz zwischen Kennzeichenrechten, Marktinteressen und freien Investitionsmittel des Mandanten eine angemessene Internetstrategie zu entwickeln. Der Mandant wird sinnvolle Domain-Positionierungen nur mit einer intelligenten Marken- und Überwachungsstrategie zur gewünschten, wirtschaftlich sinnvollen Wirkung bringen können. 

 Autor: Rechtsanwalt Henrik Angster

 www.angster.de